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Projekt: Studie zur Situation des Ausbildungspersonals

Studie zur Situation des Ausbildungspersonals

Das Projekt

Trotz zunehmender Attraktivität des Studiums bei der Erstausbildungswahl von jungen Menschen, bleibt die Berufsausbildung von hoher Relevanz für das Innovationsmodell Deutschland ebenso wie für einen integrationsfähigen Arbeitsmarkt, der soziale Mobilität ermöglicht. Mit den zwei Ausbildungsorten Berufsschule und Betrieb kommt in der beruflichen Bildung dem betrieblichen Ausbildungspersonal eine zentrale Rolle und Verantwortung zu. Nicht nur für die auszubildenden jungen Menschen, sondern auch für das Berufsbildungssystem insgesamt. Mit der digitalen Transformation steht auch die Berufsausbildung vor neuen Herausforderungen – Herausforderungen, die neben der Aktualisierung der Berufsbilder auch ganz wesentlich von den Ausbilderinnen und Ausbildern und deren Engagement abhängig sind. Das Ausbildungspersonal in Deutschland ist aber nicht nur funktional relevant, sondern auch quantitativ keine zu vernachlässigende Gruppe: Immerhin sind ca. 640.000 Beschäftigte für für Planung und Durchführung der Ausbildung zuständig und jedes Jahr legen zehntausende Beschäftigte die Ausbildungseignungsprüfung ab. Gleichzeitig wird der demografische Wandel diese Gruppe in den kommenden Jahren stark verändern, schon heute ist fast die Hälfte der Ausbilderinnen und Ausbilder über 50 Jahre alt.

Zwar gibt es einige Studien zum Ausbildungspersonal (etwa zu ihrem Stellenwert, den Ausbildungsbedingungen, Mitbestimmung, Qualifikation und Professionalisierung), bislang aber keine auf Dauer angelegten umfangreicheren Studien, die mehrere Dimensionen erfassen. Vor allem fehlen bislang weitgehend Erkenntnisse zu den betrieblichen Rahmenbedingungen der Tätigkeit des Ausbildungspersonals, zu dessen Einbindung in technologischen Wandel und darauf bezogene Entscheidungsprozesse und ihren Erfahrungen mit sowie Erwartungen an die Auszubildenden.

Herangehensweise

Das Projekt begegnet den identifizierten Forschungslücken mit einem systematischen Mixed-Method Ansatz. Dieser besteht zum einen aus einer quantitativen Online-Erhebung, die erstmalig unterschiedliche Themenblöcke in einer Befragung erhebt und damit auch bi- und multivariate Analysen möglich macht. Das Erhebungsinstrument umfasst teils völlig neu entwickelte Fragebatterien zu Arbeitsbedingungen, Qualifikation und Professionalisierung sowie zu Einschätzungen zu den Ausbildenden und zum digitalen Wandel. Über die Verknüpfung mit anderen Datensätzen der Beschäftigungs- und Arbeitsmarktstatistik und ggf. zu entwickelnde Gewichtungsfaktoren wird eine repräsentative Erhebung angestrebt, die methodisch so aufgesetzt wird, dass Wiederholungsbefragungen möglich werden. Zum anderen ruht das Vorhaben auf qualitativen Erhebungen: Schon zur Fragebogenentwicklung wurden Gruppendiskussionen mit Expert*innen der beruflichen Bildung durchgeführt, flankierend zu den quantitativen Erhebungen wird zudem eine themenzentrierte Expert*innenbefragung sowie Tiefenbefragungen mit ausbildenden Fachkräften geführt, die inhaltlich und methodisch systematisch mit den quantitativen Erhebungen verknüpft werden.

 

Förderung

Das Projekt wird gefördert von der IG Metall.