Innenstadtmobilität und Attraktivität in Erlangen

MA-Forschungsseminars zur Innenstadtmobilität- und -attraktivität

Fragen der nachhaltigen Mobilität sowie der Attraktivität von Innenstädten stehen derzeit im Fokus vieler Städte. Mit diesen Themen haben sich Studierende des quantitativen Forschungsseminars im Masterstudiengang intensiv am Beispiel der Stadt Erlangen beschäftigt.

Im Rahmen einer Sitzung des Umwelt-, Verkehrs- und Planungsausschusses der Stadt Erlangen
präsentierten die Studierenden ihre Ergebnisse aus einer selbst entwickelten und durchgeführten
repräsentativen Online-Befragung der Erlanger Bevölkerung. Diese wurde in Kooperation mit der
Statistikabteilung der Stadt Erlangen und der AGFK (Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche
Kommunen in Bayern e.V.) entwickelt. Insgesamt nahmen 4423 Personen an der Befragung Teil. Die
Präsentation der Ergebnisse trug zugleich zum Wissenstransfer zwischen universitärer Forschung und
kommunaler Praxis bei.
Ziel des Seminars war es, aktuelle Fragen zur Mobilität sowie zur Attraktivität der Erlanger Innenstadt
empirisch zu untersuchen. Die Studierenden konzipierten den Fragebogen, entwickelten
eigenständig eine Forschungsfrage und werteten die erhobenen Daten statistisch aus.
Die Analysen führten zu mehreren interessanten Befunden:

  • Studierende fahren nicht häufiger Fahrrad als andere Erlangerinnen und Erlanger.
  • Nachhaltiges Mobilitätsverhalten wird in Erlangen vor allem durch umweltbewusste
    Einstellungen, aber auch durch sozialstrukturelle Merkmale geprägt.
  • Der häufig diskutierte Generationenkonflikt bei der Verkehrsmittelwahl ist empirisch weniger
    stark ausgeprägt, als er in öffentlichen Debatten dargestellt wird.
  • Die Bewertung der Innenstadtattraktivität fällt erstaunlich ähnlich aus – unabhängig vom
    Wohnort oder der beruflichen Situation.
  • Eine höhere Attraktivität der Innenstadt führt zwar zu mehr Besucherinnen und Besuchern,
    jedoch nicht automatisch zu höheren Konsumausgaben.
  • Leerstand wird nicht ausschließlich als Problem wahrgenommen, sondern kann auch
    Chancen für neue Aufenthaltsorte eröffnen.

Die Ergebnisse verdeutlichen zugleich, dass empirische Befragungen ein wichtiges Instrument der
Bürgerbeteiligung darstellen und wertvolle Hinweise für kommunale Planungsprozesse liefern
können.