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Das Imaginäre an den Grenzen des Sozialen

Basisinformationen:
  • Typ: Drittmittelprojekt
  • Laufzeit: 2019 – 2022
  • Förderung: DFG
Das Projekt:

Das derzeit in der Soziologie neu erwachende Interesse an Imaginationen trägt der Tatsache Rechnung, dass der Mensch als Kulturwesen seine Welt nicht nur kognitiv begreift und in Sprache konzeptionell erfasst, sondern dass es auch und gerade Bilder und Vorstellungen sind, die sein Denken und Handeln beeinflussen. Damit gelangt die sozial-konstitutive Kraft des Imaginären in den Blick, welches ebenso wie (sprachlich verfasstes) Wissen handlungsleitend werden kann und damit soziale Praktiken nicht nur begleitet, sondern erst ermöglicht und aufrechterhält.
Das Projekt adressiert ein Desiderat in diesem sich neu vermessendem Feld: Die Soziologie des Imaginären rekonstruiert dieses vor allem über diejenigen Bilder und Vorstellungen, die zur Konstitution eines Phänomens oder zur Aufrechterhaltung einer Praxis beitragen, indem sie Imaginationen positiv orientierend füllen (analog Leitbildern und Handlungsentwürfen). Demgegenüber bleiben Bilder und Vorstellungen, die als negative Gegenhorizonte existentielle Grenzziehungen (Natur/Kultur, Subjekt/Objekt, Menschliches/Nicht-Menschliches) repräsentieren, auch außerhalb empirischer Forschung wie theoretischer Betrachtung.
Das Forschungsprojekt möchte dieses Desiderat schließen. Hierfür nimmt es empirisch zwei Felder an den „Grenzen des Sozialen“ (Lindemann 2002) in den Blick, welche die Grenzen zwischen Leben und Tod vermessen und hierbei auch durch aversive Vorstellungsinhalte geprägt sind: das vierte Alter und die Organspende.
Methodisch erfolgt die Rekonstruktion anhand von Dokumenten sowie Interviews und Fokusgruppen durch Kombination der systematischen Metaphernanalyse (Schmitt 2017), welche im Speziellen die metaphorisch-bildhaften Gehalte von Sprache als konstitutiv erkennt, mit Methoden der sozialwissenschaftlichen Bild- und Filmanalyse (Peltzer/Keppler 2015; Bohnsack 2009).
Ziel des Vorhabens ist es, die konstitutive Kraft des Imaginären an den Grenzen des Sozialen empirisch ausloten sowie begrifflich  auszudifferenzieren und hierdurch auch theoretisch adressierbar zu machen. Gleichzeitig wird mit der Metaphernanalyse eine Methode zur Erforschung des sozialen Imaginären etabliert.

Beteiligte Personen:

Dr. Larissa Pfaller

 

  • Schmitt, R., Schröter J., Pfaller, L. (2018): Metaphern des Alter(n)s. In: dies.: Systematische Metaphernanalyse. Eine Einführung. Wiesbaden: Springer VS, S. 121-132.

  • Pfaller, Larissa (2019): Der Körper am Lebensende – eine Metaphernanlyse. Body Talk – Körperdiskurse, Körperpraktiken, Körperpolitik. Erlangen, 13.-14.06.2019.
  • Pfaller, Larissa / Böhrer, Annerose (2017): Imagination und Abjekt – die Grenzen des Vorstellbaren als Grenzen des Sozialen. „Wissensrelationen“ – 2. Sektionskongress der Wissenssoziologie. Dortmund.

  • Workshop „Systematische Metaphernanalyse“ am 07. und 08.12.2017. Download Programm

  • Pfaller, L. (WiSe18/19): Bilder des Lebens. Metaphernanalyse als Methode der qualitativen Sozialforschung
  • Pfaller, L. (SoSe 2017): Soziologie des Alterns. Hauptseminar.
  • Pfaller, L. (WiSe 17/18): Grenzen des Sozialen. Hauptseminar.