Wonach fragt die Soziologie?

Sind Schulnoten objektive Bewertungen? Welche Muster zeigen sich in der Partner*innenwahl? Wie verändert Digitalisierung die Kommunikation und die Arbeitswelt? Welche Rolle spielen soziale Herkunft, Geschlecht oder Migrationshintergrund für die soziale Positionierung? Wie kommen soziale Bewegungen, etwa Fridays for Future, zustande? Wie entsteht gültiges Wissen? Welche Bedeutung hat es, jemanden zu begrüßen?

Solche und ähnlich gelagerte Problemstellungen werden mit dem gut sortierten soziologischen Werkzeugkasten von Methoden und Theorien bearbeitet. Soziologie als Wissenschaft steht dabei vor einer besonderen Herausforderung: Sie ist selbst Teil dessen, was sie beobachtet. In Gesellschaften, die ihr Gesicht seit etwa 200 Jahren radikal verändern, hilft soziologisches Wissen zu erkennen, was sich tatsächlich verändert hat, was gleich geblieben ist und wo nur neues Make Up aufgetragen wurde. Soziologie beobachtet, welche gesellschaftlichen Strategien sich entwickeln, um zwischen den ständigen sozialen Erwartungen an die Handelnden und ihren Zielen zu vermitteln. Dabei werden unterschiedliche Ebenen der Gesellschaft unterschieden: soziale Interaktionen (Mikroebene), institutionelle oder organisatorische Einbettung dieser Interaktionen (Mesoebene) und die gesamtgesellschaftlichen, ja globalen Strukturen (Makroebene).