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Zeichnerisch Beobachten – Visuelle Methoden in der Soziologie

Dozent/in

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Zeit/Ort n.V.

Inhalt

„Before drawing and writing were separated they were conjoined.“ (Lynda Barry) Im Seminar „Zeichnerisch Beobachten“ beschäftigen wir uns mit den Möglichkeiten der Soziologie, wissenschaftliche Beobachtung und Erkenntnis nicht nur in Worten, sondern auch in Bildern, Zeichnungen und Illustrationen zu (v)erfassen. Das Seminar gliedert sich in mehrere Arbeitsblöcke: 1) Im ersten Teil lesen und diskutieren wir verschiedene Beispiele aus der soziologischen/ethnografischen Forschung, in denen Zeichnungen und Illustrationen zur Anwendung kommen (sowohl in der Datenerhebung als auch in der Darstellung der Forschungsergebnisse). Gegenstand unserer Auseinandersetzung sind dabei folgende Fragen: Welche Rolle können Bilder im wissenschaftlichen Text spielen? In welchem Verhältnis stehen Beobachtung, Bild und Text(-produktion)? Wer erzeugt die Bilder wann (Forschende nach dem Feldaufenthalt, die Beobachteten unabhängig von der Beobachtung, Forschende und Beobachtete gemeinsam während des Feldaufenthalts)? Was sehen wir im Bild und was fällt weg? Wie steht es mit der Ethik der Repräsentation? Welche Möglichkeiten, Chancen und auch Schwierigkeiten zeigen sich? Welche Arten von Visualisierung kommen dafür in Frage? 2) Im zweiten Teil werden wir uns praktisch an das visuelle Arbeiten herantasten und ethnografische Beobachtungsprotokolle von Alltagsituationen in Bild und Text produzieren. Ziel dabei ist es, ganz individuell auszuloten, welche Techniken der Visualisierung sich eignen, um die eigenen Beobachtungen zu protokollieren und zu ordnen oder auch zu analysieren. Die entstandenen Bilder werden im Laufe des Semesters gemeinsam mit einer professionellen Illustratorin diskutiert und interpretiert. 3) Am Ende des Semesters gilt es aus den eigenen Versuchen und Beobachtungen eine Auswahl zu treffen und ein soziologisches Essay mit Bild und Text zu erstellen und die eigene Arbeit zu reflektieren. Das Seminar ist hybrid angelegt, d.h. es wird aus asynchronen Lerneinheiten, Zoom- und Präsenz-Sitzungen zusammengesetzt: In den asynchronen Phasen erarbeiten sich die Studierenden systematisch und unter Anleitung theoretisch-methodisches Hintergrundwissen, das in synchronen Sitzungen in der Seminargruppe diskutiert und bei Bedarf in individuellen Sprechstunden mit den Dozentinnen besprochen wird. Am Ende des Semesters steht eine gemeinsame kleine „Konferenz“ (Blocktermin, nach Möglichkeit in Präsenz), in der die Entwürfe der Seminararbeiten vorgestellt werden sollen. Aktive Teilnahme (auch an den Zoom-Sitzungen) ist Voraussetzung für den Scheinerwerb. Zeichentalent ist nicht erforderlich, nur Lust am Forschen und Experimentieren.

Zusätzliche Informationen

Erwartete Teilnehmerzahl: 30