Projekt VoWINfra – „Voraussschau Wertschöpfungspotentiale und Infrastruktur“
Projekt VoWINfra – „Voraussschau Wertschöpfungspotentiale und Infrastruktur“
Das Projekt
Infrastrukturen bilden das Rückgrat bestehender Wertschöpfung und gewinnen im Zuge der digitalen und ökologischen Transformation zunehmend an strategischer Bedeutung. Sie sichern nicht nur gegenwärtige Produktions- und Dienstleistungsprozesse ab, sondern fungieren zugleich als Katalysatoren neuer Wertschöpfungsformen und werden selbst verstärkt zu eigenständigen Quellen wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Wertschöpfung. Vor dem Hintergrund wachsender Unsicherheiten, wie etwa durch Klimarisiken, geopolitische Spannungen, Cybersicherheitsbedrohungen oder dem Fachkräftemangel, stehen Infrastrukturen vor erheblichen Anpassungs- und Innovationsanforderungen.
Bisherige Forschung betrachtet Infrastrukturen meist sektoral oder mit dem Fokus auf Aus- und Umbau, vernachlässigt dabei jedoch ihre Rolle als komplexe, sektor- und wertschöpfungsübergreifende sozio-technische Systeme. An diesem Defizit setzt das interdisziplinäre Projekt VoWINfra an, das eine Vorausschau zu zentralen Herausforderungen und Chancen zukünftiger Wertschöpfung in Deutschland aus der Infrastrukturperspektive entwickelt.
Im Fokus sind klassische Bereiche der Wertschöpfung in Produktion und Dienstleistung, betrachtet im Zusammenhang mit ihren infrastrukturellen Grundlagen. Nicht nur der Erhalt des Bestehenden ist bei gleich- wie gegenläufigen Markt- und Gemeinwohlinteressen herausfordernd. Die doppelte Transformation und die genannten neuen Risiken erfordern systematische Innovationen von und in Infrastrukturen. VoWINfra kartiert den aktuellen Status und sowie die neuen Herausforderungen der Infrastruktur als Befähiger der Zukunft derWertschöpfung.
Damit liefert das Projekt VoWINfra eine Vorausschau zu wertschöpfungsrelevanten Infrastrukturherausforderungen und identifiziert den Forschungsbedarf zu verbesserten und innovativen Resilienzstrategien, die für Wettbewerbsfähigkeit und Gemeinwohlorientierung gleichermaßen wirken.
Im Mittelpunkt stehen Strom- und IKT-Infrastrukturen sowie ihre Bedeutung als Befähiger und Quelle von Wertschöpfung im Spannungsfeld von Wettbewerbsfähigkeit und Gemeinwohl. Eine konsolidierte und valide Datenbasis erlaubt Wiederholungsbefragungen und die Übertragung auf andere Infrastrukturen. Das Projekt generiert damit langfristige Impulse für Forschung und Praxis.
Vorgehen
Mit Blick auf die doppelte Transformation konzentriert sich VoWINfra auf die technischen Infrastrukturen Elektrizität/Strom und IKT. Geforscht wird innerhalb und zwischen den Sektoren und den diese nutzenden Wertschöpfungs- und Gemeinwohlbereichen. Das interdisziplinäre Mixed-Method-Design kombiniert qualitative und quantitative Methoden der Wirtschaftsinformatik und Arbeitssoziologie (Expert/innen-Interviews, Online-Surveys, Fokusgruppen etc.). Ziel ist eine evidenzbasierte Kartierung von Herausforderungen in Infrastrukturen als Befähiger, Quelle eigener Wertschöpfung und Basis und Ziel der doppelten Transformation. Zudem werden entsprechende Gestaltungsoptionen für resiliente als auch zukunftsfähige Infrastrukturen identifiziert um auf Basis dessen wissenschaftlich fundierte, praxisrelevante Handlungsempfehlungen für Wirtschaft, Politik und Verbände abzuleiten.
Das Konsortialprojekt ist eine Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, inbesondere Innovation und Wertschöpfung an der FAU Erlangen-Nürnberg.
Förderung
Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und ist Teil des Fachprogramms „Zukunft der Wertschöpfung – Forschung zu Produktion, Dienstleistung und Arbeit“ (zukunft-derwertschoepfung.de).
