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Tätowieren als Erwerbsarbeit: Zwischen Beruf und Berufung. (Arbeitstitel)

Basisinformationen:
  • Typ: Promotion
  • Laufzeit: 2015 – 2019
  • Finanzierung: DFG-Förderung im Rahmen des Forschungsprojekts „Andere schön machen“ – Arbeit am Körper als Dienstleistung und Erwerbsarbeit.
Projektbeschreibung:

TÄTOWIEREN ALS ERWERBSARBEIT – ZWISCHEN BERUF UND BERUFUNG

Mit dem Tattoo-Boom ab den 1990er-Jahren und der damit einhergehenden Nachfrage ist das Tätowieren zu einer attraktiven Erwerbsmöglichkeit geworden, was zur raschen Vergrößerung und strukturellen Veränderungen in dieser Berufsszene geführt hat. Dennoch gibt es in Deutschland und fast überall in Europa keine anerkannte Berufsausbildung sowie kaum gesetzliche Vorgaben und institutionelle Regulierungen für Tätowierer*innen. Vor dem Hintergrund dieser Beschäftigungssituation, zu der auch gehört, dass das Tätowieren mitunter immer noch mit Devianz und Außenseitertum assoziiert wird, fragt das Promotionsprojekt nach dem beruflichen Selbstverständnis der Akteure. Der Forschungsgegenstand liegt im Schnittpunkt verschiedener soziologischer Perspektiven. So werden die beruflichen Einmündungsprozesse, biographischen Ressourcen und beruflichen Sinnorientierungen mit Hilfe von Konzepten und Analysekategorien aus der Biographieforschung rekonstruiert. Die Untersuchung von Verlaufsmustern der Professionalisierung, sowie Diskursen und Deutungsmustern von Professionalität als Dimensionen des beruflichen Selbstverständnisses geschieht unter berufs- und professionssoziologischen Fragestellungen. Für die Analyse der konkreten Arbeitspraxis, sowie des spezifischen (Körper)Wissens, das in der alltäglichen ‚Arbeit am Körper‘ handlungsleitend wirkt und die Interaktion mit den Kund*innen strukturiert, wird auf Forschungsergebnisse und Kategorien aus der Arbeits-, der Kultur- und Körpersoziologie zurückgegriffen.

Das empirische Material des Forschungsprojekts besteht aus narrativen Interviews, die mit Tätowierer*innen unterschiedlichen Alters, Geschlechts und sozialer Herkunft zu ihrer Berufsbiographie geführt wurden. Diese verbalen Daten werden durch Feldnotizen aus teilnehmenden Beobachtungen, Bild- und Textmaterialien, sowie Auftritte in sozialen Medien ergänzt.

Projektbeteiligte:

Irmgard Steckdaub-Muller