Social Data Science Lab
Das SODAS Lab verknüpft innovative Formen des Datenzugangs, der Datenaufbereitung und der Datenanalyse in Forschung und Lehre. Inhaltlicher Schwerpunkt des Labs sind Formen und soziale Wandlungsprozesse von Arbeit,
Organisation, Wirtschaft und Technik, die mit digitalen Daten und digitalen Methoden empirisch untersucht werden.
Arbeitswelt, Wirtschaft und Gesellschaft verändern sich gegenwärtig tiefgreifend. Im Zuge der Digitalisierung wandeln sich nicht nur gesellschaftliche Verhältnisse und soziale Formen. Zugleich entstehen durch den Einsatz digitaler Technik neuartige Datenformen und digitale Datenquellen zu sozialen Prozessen, die bisher in dieser
Form nicht verfügbar waren. Parallel dazu eröffnen Weiterentwicklungen in Statistiksoftware, insbesondere in R und Python, neue Möglichkeiten der Datenaufbereitung und Datenanalyse.
Die Soziologie ist in besonderem Maße geeignet, diese Entwicklungsdynamiken aufzunehmen und das entstehende Methodenfeld, das häufig als Data Science bezeichnet wird, sozialwissenschaftlich weiterzuentwickeln. Im Sinne eines soziologisch fundierten Forschungsansatzes lassen sich diese methodischen und methodologischen Entwicklungen übergreifend als Social Data Science fassen.Social Data Science bezeichnet dabei einen umfassenden methodischen und zugleich methodologischen Ansatz. Dieser wendet innovative Methoden der Data
Science, insbesondere des Datenzugangs, der Datenaufbereitung und der Datenauswertung, soziologisch fundiert an und reflektiert sowohl deren technische Voraussetzungen als auch deren soziale Folgen kritisch.
Vor diesem Hintergrund bündelt das SODAS Lab einerseits die unterschiedlichen Forschungsstränge des Lehrstuhls, die sich mit innovativen Datenquellen und neuen Auswertungsformen befassen. Dazu gehören beispielsweise Drittmittelprojekte mit sogenannten prozessproduzierten Daten, die etwa durch das Statistische Bundesamt
oder durch digitale Internetplattformen erzeugt werden. Die Auswertung dieser Datenquellen ermöglicht Forschung, die in unterschiedlichen Bereichen neue empirische Erkenntnisse hervorbringen kann.
Neben grundsätzlichen Fragen der Datenqualität und der Verknüpfung digitaler Daten mit sozialwissenschaftlichen Theorien bilden die Auswertung georeferenzierter Daten sowie automatisierte Textanalyseverfahren, insbesondere Topic Models, zentrale Schwerpunkte. Zugleich werden diese innovativen Datenquellen mit etablierten sozialwissenschaftlichen Forschungsmethoden und kritischen Perspektiven verbunden. Dies umfasst insbesondere qualitative Fallstudienforschung und Interviewuntersuchungen im Sinne eines Digital Mixed Methods Ansatzes. Dabei werden digitale Forschungsdesigns mit klassischen qualitativen Methoden kombiniert. Darüber hinaus werden qualitative Methoden mit neuartigen KI gestützten Verfahren verknüpft, etwa durch KI basierte Transkription und KI assistierte Kodierung von Interviews.
Andererseits integriert das Lab diese Forschungsstränge in vertiefende, projektförmige Lehrveranstaltungen. Die Datenquellen und Analysemethoden werden systematisch in der Lehre eingesetzt, um Studierende frühzeitig an praktische Probleme des Datenzugangs, der Datenaufbereitung und der Datenanalyse heranzuführen. Die Forschungsprojekte dienen dabei als konkrete Anwendungsbeispiele, anhand derer Analysekompetenzen vermittelt und deren wissenschaftliche Relevanz sichtbar gemacht werden können. Dies umfasst auch neuartige Verfahren wie KI basierte Transkription und KI assistierte Kodierung. Durch die Zusammenführung unterschiedlicher Forschungsprojekte und ihre systematische Einbindung in die Lehre kann das SODAS Lab innovative Forschung
gebündelt vorantreiben. Zugleich eröffnet es Studierenden frühzeitig Einblicke in die empirische Forschungspraxis und vermittelt Kompetenzen im Umgang mit digitalen Daten, digitalen Methoden und deren kritischer soziologischer Reflexion.
Links zu den Projekten
- Spielen die Hochschulen eine Rolle? Panelanalysen zu den Entwicklungen der Professorinnenanteile an deutschen Hochschulen von 1993 bis 2020
- Zu den Details: https://gepris.dfg.de/gepris/projekt/460945684
- DFG – GEPRIS – Plattformökonomie: Von kommerzialisierten Orten zur algorithmischen Regulierung von Airbnb
- Zu den Details: https://gepris.dfg.de/gepris/projekt/460945684
- Tarifpolitik in der Transformation: Analysen zu Digitalisierung und Nachhaltigkeit in der Arbeitswelt mit alternativen Datenquellen und Mixed Methods – TU Berlin